1. März 2017

Meine Top 10 Fehlkäufe: Platz 9

Jeder Videospieler kennt und fürchtet sie: Fehlkäufe. Sie stehlen uns Geld, Zeit und Platz im Regal beziehungsweise auf der Festplatte. Nachfolgend habe ich meine denkwürdigsten Fehlgriffe dokumentiert:


9. Persona Q


Persona Q war einer meiner Kaufgründe für den 3DS. Niedliche Grafik, Persona 3 + 4 Charaktere, Dungeon Crawling, was gab es daran nicht zu lieben? Und tatsächlich war ich während der ersten beiden Dungeons regelrecht süchtig nach dem Mix aus Erkunden, Plaudern, Kämpfen und Fusionieren. Ich war sogar so involviert, dass ich alle Nebenaufgaben angegangen bin und immer brav 100% der Kerkerebenen kartografiert habe.


Doch die Euphorie währte leider nicht lange: Ab dem dritten Dungeon gingen mir die Elemente, die eigentlich als Auflockerung während des Kerkerkriechens gedacht waren, allmählich auf die Nerven: Zum einen die ständigen Unterbrechungen durch Dialoge, in denen es meist ausschließlich um die Macken der Charaktere geht, zum anderen die Laufpuzzles, die so obskur geworden sind, dass ich online nach den Lösungen schauen musste. Wesentlich unerträglicher wurde es im vierten Dungeon. Wer auch immer gedacht hat, dass es eine spaßige Idee wäre, vier ganze Stockwerke lang nichts anderes zu tun als auf der kürzesten Route oder in der richtigen Reihenfolge von A nach B zu laufen, während man ständig FOEs und alle zehn Schritte Zufallskämpfe mit den immer gleichen Formationen im Nacken hat, irrt gewaltig. Es fühlte sich eher so an, als hätte jemand alles daran gesetzt, diesen Dungeon gezielt so nervtötend wie möglich zu gestalten.


Obwohl ich schon nach dem ersten Stockwerk keinen Bock mehr hatte, habe ich trotzdem noch versucht, das Spiel zu Ende zu bringen. Das ist der Vorteil eines Handheld, dass man unliebsam gewordene Titel noch irgendwie nebenher beim Fernsehen weiter bearbeiten kann. Aber auch das hat irgendwann nicht mehr geholfen, selbst als Beschäftigung für nebenher wurde es mir zu stumpfsinnig. Nachdem ich es entnervt bis zum vierten Stockwerk geschafft hatte, kam mir der spontane Einfall, es vielleicht einfach endgültig gut sein zu lassen. Sicher war der Dungeon-Boss nicht mehr fern, das Spiel nach einem weiteren Dungeon auch durch gewesen, und ich hatte bereits über 70 Stunden und 40 Euro für die Anschaffung investiert. Davon hatte ich allerdings mindestens die letzten 20 eigentlich gar keinen Spaß mehr. Warum also zu den verschwendeten Stunden noch weitere hinzufügen? Da ich das Spiel weder durchspielen noch in meinem Backlog belassen wollte, habe ich es am Ende verkauft.


Während Persona Q aufgrund seiner eklatanten Schwächen zweifelsfrei ein Fehlkauf war, hat es mir auch Schwächen in meiner Einstellung gezeigt: Spiele auf Teufel komm raus zu Ende bringen oder stattdessen loswerden zu wollen, ist vielleicht nicht unbedingt die beste Sicht der Dinge. Im Fall von Persona Q hätte ich im Nachhinein besser schon früh in der zweiten Hälfte abgebrochen und es dabei belassen. Für die spaßige erste Hälfte hatte sich die Anschaffung ja trotzdem irgendwie gelohnt.

10. Crimson Shroud

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