26. Mai 2017

Gastbeitrag: Persona 3 FES Trauma Teil 2

Im ersten Teil meines Persona 3 FES Trauma Artikels berichtete ich von den großen Nachteilen des (sonst ganz guten) PlayStation 2 Spiels. Diese Nachteile waren das viel zu viele Dungengecrawle, die schlecht verteilten Checkpoints und dass die Story bereits nach der 200. Etage durch war, man jedoch längst nicht am Ende des Spiels angelangt war.

Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht mehr, bei welcher Etage ich endlich auf den Endboss traf. Es wird irgendwas zwischen der 283. und 290. gewesen sein. Mein Spielstand zeigte bereits satte 80 Spielstunden an. Nemesis, der Endboss, war knüppelhart und gnadenlos. Natürlich habe ich es nicht geschafft, ihn beim ersten Versuch zu besiegen. Auch nicht beim zweiten Versuch, geschweige denn beim dritten. Mir dämmerte es allmählich und die Erkenntnis traf mich hart: Um Nemesis zu besiegen, musste ich meine Party und meine Personas hochleveln. Und so stieg ich wieder die Etagen von Tartarus hinab und gab mich diesen nervigen Zufallskämpfen hin. Das Leveln hat gar nicht mal so lange gedauert, aber der letzte erfolgreiche Kampf gegen Nemesis kostete mich ganze zwei Stunden. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so lange gegen einen Boss gekämpft habe. Es war lächerlich. Ich hielt durch, besiegte Nemesis, wendete die Apokalypse ab und wurde mit einer traurigen und sehr schön animierten Animesequenz belohnt, die meine Charaktere dabei zeigte, wie sie in Frieden weiterlebten. Trotzdem hinterließ das Spiel einen leichten, bitteren Nachgeschmack.

Ein paar Monate später kam dann Persona 3 FES raus. Das selbe Spiel plus Erweiterungen: Mehr Waffen, mehr Social Links, mehr Frauen zum Daten, mehr Personas und das Beste überhaupt: Ein Zusatzszenario mit dem vielversprechenden Namen The Answer. Ich musste das Spiel natürlich aus reinem Fangirltum haben. Wenige Tage später lag das Spiel im Briefkasten. Ich legte es ein, startete The Answer, spielte dann vielleicht ein Stündchen und legte es wieder in das Regal. Dass es beim Zusatzszenario galt, herauszufinden, warum mein Hauptcharakter verschwunden war und warum meine Party in ihrem Studentenwohnheim festgehalten wurde, reizte mich nicht genug. Ich musste mich wohl noch von Persona 3 erholen.

Dann, im Dezember 2011 (ein paar Jahre später), packte mich die Lust wieder. Wohlwissend, dass es wieder im endlosen Dungeongecrawle enden würde, legte ich das Spiel ein und versank für ein paar Stündchen in den unzählig vielen Etagen der zig Dungeons, die im Keller des Studentenwohnheims aufgetaucht sind. Die Etagen kamen mir diesmal sogar noch größer vor, die Zufallskämpfe noch häufiger und schwieriger, die Checkpoints und Treppen noch schlechter verteilt, aber es gab immerhin coole neue Personas und hübsche Outfits, mit denen ich meine Party einkleiden konnte. Wenn man dann am Ende eines Dungeons angelangt war, musste man gegen Bosse kämpfen und bevor diese Kämpfe losgingen, konnte man immer wieder flüchtig den vermissten Hauptcharakter wegrennen sehen. Die Auflösung der Story kam mir so nah und doch so fern vor. Das hielt mich einigermaßen bei Laune.

Und dann, eines schönen Tages, als ich mich nichtsahnend bei Tumblr einloggte, sah ich auf meinem Dashboard ein Bild von meinem Hauptcharakter und dadrunter ein einziger simpler Satz, der die komplette Story verriet.

Meine Reaktion war in etwa diese:



































Ohne weiter zu überlegen nahm ich das Spiel und warf es in die Ecke der Schande, wo es auch für immer bleiben soll. So viele Spielstunden, so viel Arbeit für nichts und wieder nichts! Und die gibt mir Atlus auch nicht wieder. Wo wir gerade bei Atlus sind: Leute, was tut ihr uns denn da an? Warum müsst ihr uns mit von Kopf bis Fuß durchgestylten Aufmachungen zu total stumpfsinnigen Spielen verleiten? Menschen, wie ich, fallen doch total drauf rein! Das ist der Grund, warum ich Persona 4 nicht anfassen möchte. Die vielen Wunden, die Persona 3 und Persona 3 FES hinterlassen haben, sind bis heute nicht verheilt. Ein an sich ja wirklich tolles Spiel, aber es sollte wohl einfach nicht sein. Dadurch entgeht mir mit Persona 4 sicher ein vielleicht sogar noch tolleres Spiel, aber ich habe verdammt viel Angst vor noch mehr Enttäuschungen.

Hattet auch ihr ein ähnliches Erlebnis mit einem Spiel? Benutzt die Kommentarfunktion um uns davon zu berichten!

beigetragen von Eli

24. Mai 2017

Estpolis Biography I Soundtrack

Den von Yasunori Shiono komponierten Soundtrack zum ersten Lufia Spiel für das SNES, Lufia and the Fortress of Doom, gibt es nur gebündelt mit den Nachfolgern: Das Album Estpolis Biography I & II enthält zusätzlich die Musik des zweiten Lufia-Teils, der hier besprochene Game Sound Legend Consumer Series - Biography Estpolis Sound Track (so der volle Name) packt dazu noch die akustische Untermalung von Lufia: The Legend Returns für den Game Boy Color mit drauf. Die 35 Tracks von Lufia and the Fortress of Doom kommen auf der ersten der vier CDs des Biography Estpolis Sound Track unter, die sie sich mit den ersten 15 Stücken von Lufia II teilen müssen. Entsprechend bleibt ihnen nur eine durchschnittliche Länge von einer Minute, die oft nicht zu ihrer vollständigen Entfaltung ausreicht. Im Gegensatz dazu kommen die gängigen SPC-Rips oft auf die doppelte Länge, bei gleicher Soundqualität, ohne dabei die horrenden Summen der vergriffenen offiziellen Alben zu kosten.


Der technische Klang von Lufia and the Fortress of Doom wirkt nicht sonderlich ausgereift. Da haben andere Titel der Ära, wie der eigene Nachfolger Lufia II oder Secret of Mana, wesentlich mehr aus dem Soundchip des Super Nintendo herausgeholt. Dabei hat die trällernde Trompete in der zweiten Hälfte von Town noch einen gewissen Charme, ähnlich wie die beißende, aber klassische Orgel von Castle. Dagegen ziehen einem die Trompeten am Anfang von Seaport die Schuhe aus und würden bei entsprechender Lautstärke sicher einen guten Weckton abgeben. Während man bereits bei Lufia II halbwegs glaubwürdige Rockstücke zu hören bekommt, schmälert die schwache Sologitarre bei Battle #3 leider den ansonsten ausgezeichneten Eindruck. Das beste Gesamtpaket bietet Battle #2, das sich bei der Instrumentierung nicht ganz so weit aus dem Fenster wagt und mehr auf groovigen Bass und dramatische Synthies setzt. Das nervöse Battle #1 kommt ungewohnt jazzig daher und wäre wirklich mal ein interessantes Battle Theme, wenn es nicht nach einer halben Minute schon vorbei wäre.


Die Stärke des Soundtracks liegt mehr bei den dramatischeren Stücken: Battle of the Island in the Sky, die melancholische Untermalung des Prologs, ist sicher noch bei dem einen oder anderen Spieler hängengeblieben. Final Battle, das so pompös klingt wie es der Name vermuten lässt, taucht hier zum ersten Mal auf und wird auch in den späteren Lufia Teilen verwendet. Auch wenn die Urversion sehr packend ist muss man im Vergleich feststellen, dass die Lufia II Variante dem Super Nintendo Chip bessere Klangfarben entlockt. Eine coole Alternative bietet zudem Lufia: The Legend Returns in reinem Chiptunegewand. Ebenso bekannt für die Reihe ist das schöne Overworld Theme Earth, das in Lufia II aber besser umgesetzt ist. In der traurigen Sparte finden sich mit Priphea Flowers und Farewell zwei überzeugende Stücke. Ausflüge in Dungeons kommen meist mit eher unscheinbarer Begleitung aus. Cave und Temple of Silence verbreiten dabei noch am meisten düstere Stimmung, wiederholen sich aber leider viel zu schnell. Fröhliche Stücke gibt es natürlich auch, etwa Departure oder To the Sky, zum Mitpfeifen reicht deren Eingängigkeit aber meistens nicht. Am meisten überzeugt in der Hinsicht das abschließende Journey’s End.


Zwischen den überschaubaren Höhepunkten von Lufia and the Fortress of Doom herrscht bestenfalls gepflegter Durchschnitt. Immerhin nervt keines der Stücke so wirklich. Selbst im Bereich Soundschnipsel hat man abgesehen vom Good Night Jingle und der Siegesfanfare Victory nichts zu befürchten. Insgesamt bietet Lufia and the Fortress of Doom einen angenehmen, aber oft auch durchschnittlichen 16-Bit JRPG Soundtrack, der kompositorisch und klanglich von anderen Werken der Ära überschattet wird, allen voran von seinem eigenen Nachfolger. Zum Glück ist der auf allen Veröffentlichungen gleich mit enthalten!

Anspieltipps
  • Battle of the Island in the Sky
  • Final Battle
  • The Earth
  • Battle #2
  • Farewell
  • Battle #3
Tracklist
  1. Departure (1:05)
  2. Battle of the Island in the Sky (1:25)
  3. Final Battle (1:25)
  4. Cost of Battle (0:37)
  5. 99 Years later (1:02)
  6. Town (0:58)
  7. Shopping (0:44)
  8. Good Night (0:08)
  9. Priphea Flowers (1:48)
  10. Castle (0:59)
  11. The Earth (1:08)
  12. Battle #1 (0:36)
  13. Victory (0:26)
  14. Village (1:38)
  15. Cave (0:57)
  16. Ruins of Fear (0:46)
  17. Wave of Evil (0:42)
  18. Battle #2 (1:35)
  19. Seaport (1:07)
  20. Farewell (1:21)
  21. New Frontier (0:28)
  22. Tower (1:29)
  23. Portal (0:46)
  24. Shaia Lab (0:26)
  25. Sea (1:14)
  26. Temple of Silence (1:01)
  27. Underground Market (0:44)
  28. Spirit of Hades (0:37)
  29. To the Sky (1:06)
  30. Island in the Sky (0:34)
  31. Four Mad Gods (0:24)
  32. Battle #3 (1:26)
  33. Field Theme (3:08)
  34. Reunion. And … (3:11)
  35. Journey’s End (3:22)
Laufzeit
  • 40 Minuten