29. Juni 2017

Eine zweite Chance für Final Fantasy XII

Final Fantasy XII auf der PlayStation 2 war damals eine herbe Enttäuschung für mich. So herb, dass ich dem Thema Gaming fast den Rücken gekehrt hätte. Entsprechend ist meine Kopie auch schon vor langer Zeit verscherbelt worden. Und trotzdem denke ich darüber nach, mir die Neuauflage für die PlayStation 4 zu kaufen.

Mein Hauptproblem mit dem Spiel war, dass meine Erwartungen, wenigstens noch eine nette Story wie in Final Fantasy X zu bekommen, absolut nicht erfüllt worden sind: Politische Intrigen wurden nicht zu Ende gesponnen, Charakterentwicklungen haben sich im nirgendwo verloren, und die großen Twists und Auflösungen im Finale wirkten wie nachträglich drangeklatscht. Das wird im Remaster nicht anders sein, aber dieses Mal würde ich immerhin auch nicht erwarten, dass die Story nach 80 Stunden endlich anzieht, und mich auf andere Teile des Spiels fokussieren.


Was mir nämlich doch außerordentlich gut gefallen hat war das Gameplay. Die MMO-artigen Kämpfe ohne separaten Bildschirm haben für mich die meiste Zeit gut funktioniert, mir in den Final Fantasy XIIIs gefehlt, und sind nach wie vor allemal besser als in Final Fantasy XV, das sich mehr schlecht als recht an einem ähnlichen System versucht hat. Während mir von der Story von Final Fantasy XII recht wenig in guter Erinnerung geblieben ist, hatte ich doch hin und wieder daran gedacht, weitere Mobjagden und Nebenaufgaben zu verfolgen.

Ein anderer Kritikpunkt war für mich das Design des Spiels. Eigentlich liebe ich das Artwork von Akihiko Yoshida, aber seinen Versuch, sich der farbenfrohen Welt eines Final Fantasy zu nähern, fand ich eher missglückt. Auch sonst hat mich das Design mehr an die Star Wars Prequel Trilogie erinnert und wirkte daher auf mich wenig eigenständig. An all dem ändert die PlayStation 4 Fassung natürlich auch nichts. Aber auch hier würde ich mein Augenmerk diesmal eher auf etwas anderes lenken: Das Design der Spielwelt. So wenig mir etwa die Fresse von Vaan zugesagt hat, so angetan war ich von den weitläufigen Ebenen, die das Spiel einen durchstreifen lässt und in der aktuelleren Version hoffentlich noch besser aussehen.


Während ich Final Fantasy XII im Remaster einfach positiver und aufgeschlossener gegenübertreten will, habe ich natürlich auch ein niederes Motiv, das Spiel nochmal anzugehen (und ich rede nicht von einem Wiedersehen mit Ashes Minirock, was denkt ihr eigentlich von mir?!): Damals bin ich irgendwann in eine Stadt der Untoten geraten, deren Einwohner mir bald dermaßen den Arsch versohlt haben, dass ich mir geschworen habe, eines Tages bittersüße Rache an ihnen zu nehmen. Und man sagt ja, dass man Rache am besten in High Definition serviert.