16. Juli 2017

Castlevania: Symphony of the Night

Im PC Engine Titel Rondo of Blood schicken Richter Belmont und Maria Renard Graf Dracula und sein Teufelsschloss Castlevania vermeintlich für die nächsten hundert Jahre in die Versenkung. Als direkter Nachfolger setzt Symphony of the Night auf der PlayStation die Handlung vier Jahre später an: Maria ist auf der Suche nach dem spurlos verschwundenen Richter, als unerwartet das Castlevania wieder auftaucht. Das frühzeitige Erscheinen des dämonischen Schlosses weckt Draculas Sohn Alucard aus seinem Schlaf. Sofort zieht er los, um die Heimstadt seines verfluchten Vaters zu vernichten.


Castlevania: Symphony of the Night ist ein gelungener Genremix aus Jump & Run, Action Adventure und Rollenspiel. Es spielt sich im Kern wie die anderen Teile der Reihe: Man bewegt sich laufend oder von Plattform zu Plattform hüpfend durch das Schloss Castlevania und kämpft gegen Zombies, Medusenköpfe und andere nokturne Gestalten. Durch das Besiegen von Draculas Schergen und das Zerstören von Kerzen erhält man Nebenwaffen und Herzen, die man zum Einsatz dieser Waffen benötigt. Zusätzlich bekommt man auch Geld, mit dem man sich Gegenstände beim Bibliothekar kaufen kann. Die Ausrüstung von Alucard ist um einiges variabler als die der Belmonts: Statt Peitschen benutzt er überwiegend Schwerter, aber auch Morgensterne, Schlagringe, Zauberstäbe sowie Schilde, Umhänge und Rüstungen können von ihm verwendet werden. Neben dem Sammeln von Ausrüstung steigert auch die Anzahl der besiegten Gegner Alucards Macht. Wie in einem Rollenspiel bekommt man für jeden besiegten Widersacher Erfahrungspunkte. Ist eine bestimmte Anzahl davon erreicht, steigt Alucards Level und damit seine Statuswerte.


Beim Erkunden des Schlosses hat man jede Menge Freiheit, da es nicht linear aufgebaut ist. Manche Passagen werden erst durch das Erhalten von bestimmten Reliquien zugänglich. Diese haben ganz unterschiedliche Wirkungen, zum Beispiel kann man durch bestimmte Reliquien sehen, wie die Gegner heißen und wie viel HP man ihnen abgezogen hat, andere aktivieren kleine Helfer, die Alucard im Kampf unterstützen. Daneben gibt es noch Reliquien, die Alucard dazu befähigen, sich seiner vampirischen Veranlagung gemäß in eine Fledermaus, einen Wolf oder Nebel zu verwandeln. In diesen Formen kann man Orte erreichen, die vorher nicht zugänglich waren, dafür verbraucht das Ganze auch Magiepunkte. Es gibt auch Angriffszauber die man wie in einem Prügelspiel durch bestimmte Tastenkombinationen auslöst, was ebenfalls Magiepunkte verbraucht. Wer das Castlevania geschafft hat und sich danach gründlich genug im Schloss umsieht wird mit dem Reverse Castle belohnt. Dieses zweite Schloss ist vom Aufbau her mit dem Castlevania identisch, aber es steht auf dem Kopf, beinhaltet neue Hintergründe, andere Musikstücke und natürlich neue, stärkere Gegner. Wer beide Schlösser durchwandert wird insgesamt etwa zehn Stunden beschäftigt sein.


Optisch hat Symphony of the Night einiges zu bieten: Prächtige Sprites, die bei Bossen auch gern mal bildschirmfüllend sind, schicke Anime Designs bei den Charakteren, und hin und wieder zaubert die PlayStation auch ein paar Polygone und Partikel in die Hintergründe. Eine wirklich tolle Story gibt es nicht, das ganze Spiel lebt von seiner Atmosphäre, die von den stylishen Charakteren und Monstern, der detailverliebten Umgebung und dem großartigen Soundtrack von Michiru Yamane erzeugt wird. Texte und die hölzerne, aber irgendwie kultige Sprachausgabe sind übrigens auch in der deutschen PAL-Version auf Englisch.


Mit seinem erstklassigen visuellen und akustischen Design und dem gelungenen Gameplaymix aus Jump & Run, Action Adventure und Rollenspiel gehört Symphony of the Night zur Spitze innerhalb der Castlevania Reihe. Aufgrund des niedrigen Schwierigkeitsgrades fehlt zwar etwas die Herausforderung, dennoch zählt Castlevania: Symphony of the Night zu den absoluten Klassikern der ersten PlayStation-Ära.

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