12. Juli 2017

Chrono Trigger

Seit dem Beginn der Final Fantasy Reihe standen sich Square und Enix als Konkurrenten gegenüber (was spätestens dann aufhörte, als beide miteinander fusionierten). Dass sich die beiden Firmen dennoch gut verstehen konnten, zeigt das 1995 in Japan und den USA für das Super Nintendo erschienene Chrono Trigger, das sowohl vom Final Fantasy Macher Hironobu Sakaguchi als auch von dem Mann hinter der Dragon Quest-Reihe, Yuri Horii, kreiert wurde. Und das sind noch nicht alle bekannten Namen im Entwicklerteam: Die Charakterdesigns stammen von keinem Geringeren als Akira Toriyama, der vielen durch seine Dragon Ball Manga bekannt sein dürfte, der Soundtrack wurde von dem inzwischen legendären Yasunori Mitsuda komponiert. Lange Zeit war Chrono Trigger den Japanern und Amerikanern vorbehalten. 2009 erschien das Spiel als Nintendo-DS Port auch endlich in Europa. 2011 folgte schließlich die Veröffentlichung der SNES-Version auf der Wii Virtual Console.


Den inhaltlichen Schwerpunkt von Chrono Trigger bilden Zeitreisen: Die Hauptcharaktere Crono, Lucca und Marle entdecken durch Zufall einen Mechanismus, der es ihnen ermöglicht, durch die Zeit zu reisen und den Lauf der Geschichte zu ändern. Recht schnell finden sie heraus, dass in der Zukunft durch ein übermächtiges Wesen namens Lavos eine verheerende Katastrophe verursacht wird. Sie beschließen, dieses Wesen aufzuhalten und damit die Apokalypse abzuwenden. Dabei erfahren sie immer mehr über Lavos und die Geschehnisse, die sich in der Vergangenheit und der Zukunft ereignen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt kann man sich entscheiden, ob man gegen Lavos antreten oder lieber dem weiteren Handlungsverlauf folgen möchte beziehungsweise die Sidequests an dessen Ende angeht. Je nachdem, wann man ihn besiegt, bekommt man eine von fünfzehn Endsequenzen zu sehen. An Langzeit-Motivation mangelt es also nicht.


Chrono Trigger hat für Super Nintendo Verhältnisse sehr gute Grafik, mit der höchstens Seiken Densetsu 3 mithalten kann. Das Charakterdesign mit Toriyamas unverwechselbarem Stil ist ebenfalls sehr gelungen. Die Mitglieder der Party sind allesamt originell und sympathisch, auch der Oberbösewicht Magus kann in Sachen Stil voll überzeugen. Der Soundtrack, Yasunori Mitsudas erstes großes Werk, untermalt die Spielatmosphäre stets sehr passend. Viele Stücke, vor allem die Charakterthemes, stechen positiv hervor. Mit den restlichen, meist verträumten oder mystischen Stücken wird man außerhalb des Spiels allerdings nicht viel anfangen können. Die Kampfmusik ist gelungen, kann aber nicht ganz mit denen der Final Fantasy Reihe mithalten, sieht man einmal von dem coolen Standard Battle Theme ab.


Gegner sind jederzeit sichtbar. Kommt man in ihre Reichweite, beginnt der Kampf. Hierfür gibt es keinen extra Bildschirm, lediglich die Status- und Befehlsfenster werden eingeblendet. Das Ganze ist ATB-basiert: Sobald sich einer der Zeitbalken füllt, kann der entsprechende Charakter angreifen, einen Gegenstand oder Techs benutzen. Techs sind Spezialangriffe und Zaubersprüche, die bei jedem Charakter individuell vorhanden sind und durch das Sammeln von Tech Points erlernt werden. Es ist auch möglich, die Techs von zwei oder drei Charakteren zu mächtigen Komboattacken zu verbinden. Das Kampfsystem ist auf der einen Seite frisch und innovativ, auf der anderen Seite aber auch keine große Herausforderung für erfahrene Spieler.


Die abgefahrene Handlung, die tolle Präsentation und das elegante, leicht zu verstehende Kampfsystem machen Chrono Trigger zu einem der besten Rollenspiele, die Square je außerhalb der Final Fantasy Reihe erschaffen hat. Auch wenn Story und Kampfsystem nicht so komplex wie bei der Vorzeige-Reihe sind, ist dieses Spiel jedem RPG- und Final Fantasy Fan wärmstens zu empfehlen.

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