28. Oktober 2017

Meine Top 5 Fehlkäufe: Platz 2

Jeder Videospieler kennt und fürchtet sie: Fehlkäufe. Sie stehlen uns Geld, Zeit und Platz im Regal beziehungsweise auf der Festplatte. Nachfolgend habe ich meine denkwürdigsten Fehlgriffe dokumentiert:


2. Final Fantasy: The 4 Heroes of Light


The 4 Heroes of Light war der Versuch, ein neues Old-School Final Fantasy auf Basis der für die Nintendo DS Remakes Final Fantasy III und IV entwickelten 3D Engine zu machen. Klingt natürlich direkt nach etwas, das ich mir kaufen musste. Und auf den ersten Blick wirkte die Angelegenheit auch durchaus gelungen: Die putzige Optik, bei der sich niedliche SD Figuren durch Umgebungen bewegen, die von Aufklappbüchern für Kinder inspiriert zu sein scheinen, bezaubern ebenso wie der altschulige Soundtrack von Naoshi Mizuta. Und Job-System geht natürlich auch immer.

Akihiko Yoshidas Artwork ist schön wie eh und je.

Der Begriff "Old School" ist natürlich je nach Spieler mit anderen Erwartungen verknüpft, und entsprechend unterschiedlich die Elemente, die man in einem neuen Retrospiel wiederfinden möchte oder besser in der Vergangenheit belassen würde. Für mich bringt 4 Heroes of Light eher unliebsame Aspekte zurück: Weder Gegner noch Partymitglieder einzeln anvisieren zu können, verbrauchbare Fackeln in Höhlen verwenden zu müssen, und 50% der Zeit nicht zu wissen, was eigentlich als Nächstes ansteht, sind aus meiner Sicht nicht unbedingt Garanten für Spielspaß.

Was für mich den Old-School Charme eher ausmacht ist eine simple Geschichte, die sich selbst nicht zu ernst nimmt, sowie einfach gehaltenes Gameplay. Beides liefert das Final Fantasy Spin-off aber nicht: Die Handlung tackert lose Szenarien zusammen und springt ständig zwischen verschiedenen Situationen hin und her, ohne dass sich irgendein roter Faden abzeichnen würde. Das Kampfsystem basiert auf einer meist nutzlosen Auflademechanik, mit der man Züge aussetzen kann, um später besser austeilen zu können. Die Jobs müssen umständlich über eingesammelte Juwelen gelevelt werden. Beides Elemente, die das Spiel komplizierter, aber nicht wirklich besser machen.

Aber so wirklich ungenießbar wurde das Spiel für mich durch die Art und Weise, wie die Party gehandhabt wurde. Oder besser gesagt, wie sie nicht gehandhabt wurde. Gefühlt die Hälfte der Zeit verfügt man statt der maximalen vier Charaktere nur über zwei oder gar einen Held. Das Problem ist nur, dass rundenbasierte Kampfsysteme in der Regel auf eine volle Party ausgelegt sind, was in 4 Heroes of Light selbst auch nicht anders ist. Da Gegner meistens auch zum Zug kommen, steckt man in jedem Kampf zwangsläufig Schaden ein, was umso verheerender ist, wenn man nur einen oder zwei HP-Pools hat, auf den er sich verteilt. Dabei ist man nicht nur in einzelnen Kämpfen in Unterzahl, sondern auch wenn man alle Gegner mitrechnet, denen man sich stellen muss, bevor man es durch einen Dungeon oder zu einem anderen Ort auf der Weltkarte geschafft hat.

Jobsysteme funktionieren besonders schlecht ohne volle Party, was man etwa in den zum Glück wenigen Stellen in Final Fantasy V merkt, in denen einem ein oder zwei Charaktere fehlen, um eine gute Synergie zwischen robusten und fragileren Partymitgliedern aufrechtzuerhalten. In 4 Heroes of Light degeneriert die Job-Strategie entsprechend dazu, dass man ständig die eine Berufung verwendet, mit der man auch allein oder zu zweit überleben kann, und das Experimentieren mit anderen Klassen einem eher schadet als nutzt.

In der zweiten Spielhälfte hat man wohl durchgehender eine komplette Heldentruppe, aber so weit kam ich gar nicht. Kurz nachdem ich einen mittelgroßen Dungeon alleine mit einem Charakter bewältigen sollte landete 4 Heroes of Light in der Ecke. Nicht, dass ich davor großartig Freude an dem Spiel gehabt hatte.

3. Nobi Nobi Boy

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