4. Oktober 2017

The March of the Metroid Queen

Metroid II: Return of Samus.

Die intergalaktische Kopfgeldjägerin Samus Aran kommt kaum zum Verschnaufen. Nachdem sie im NES-Einstand der Metroid-Reihe den Machenschaften der Weltraumpiraten Einhalt geboten hat, wartet eine neue Mission auf sie: Metroid II: Return of Samus auf dem Game Boy führt Samus auf den Heimatplaneten der Metroids, mit dem Ziel, die gefährliche Spezies vollständig auszurotten. Ein Zähler rechts unten zeigt an, wie viele Exemplare noch insgesamt übrig sind. Per Knopfdruck kann man sich zudem die Anzahl an Metroids anzeigen lassen, die es im aktuellen Gebiet noch aus dem Weg zu räumen gilt. Erst nach getaner Arbeit wird der nächste Bereich zugänglich. Der Ablauf von Metroid II gestaltet sich damit linearer als der seines Vorgängers, allerdings sind die Höhlensysteme immer noch vertrackt genug, um sich über das erneute Fehlen einer Karte zu ärgern. Die sich wiederholenden Grafiken in der eingeschränkten Farbpalette des Game Boy machen die Orientierung natürlich auch nicht einfacher, ebenso wenig wie der etwas klein geratene Bildausschnitt. Ansonsten sieht das zweite Metroid ganz ordentlich aus, Samus und ihre Widersacher sind gut animiert und leicht zu erkennen. Wer auf einem Game Boy Color spielt kommt übrigens in den Genuss einer speziellen Farbpalette, die an den NES Erstling angelehnt ist.


Was wohl aus diesem Ei geschlüpft ist?

An der grundsätzlichen Metroid Formel verändert die portable Fortsetzung glücklicherweise wenig. Entsprechend laufen und schießen wir uns in diesem Abenteuer wieder durch unterirdische Gänge und suchen nach besserer Ausrüstung, mit deren Hilfe wir neue Areale erreichen können. Erfreulicherweise kann man seinen Fortschritt jetzt an Speicherstationen auf dem Modul festhalten, das Passwortbüchlein kann dieses Mal also ruhig in der Schublade bleiben. Ein Metroid wäre natürlich kein Metroid ohne die obligatorische beklemmende Atmosphäre. Diese wird hier durch klaustrophobisches Level-Design und die minimalistische, manchmal leider etwas nervige akustische Untermalung erzeugt. Am unheimlichsten sind die Metroids selbst. Wenn man beim Erkunden plötzlich auf eine ihrer Evolutionsstufen trifft, und hektisch vom Standard-Blaster zu den durchschlagskräftigen Raketen wechselt, um die Begegnung halbwegs heil überstehen zu können, entsteht schon der eine oder andere Adrenalinschub, was bei einem schwarz-weißen Game Boy Spiel durchaus beachtlich ist. Metroid II als frühe Art des Survival-Horror für unterwegs zu betrachten erscheint daher nicht ganz abwegig.


Unbedingt süß sind die kleinen Metroids ja nicht.

Die erste Fortsetzung innerhalb der Metroid-Reihe hat keinen besonders herausragenden Ruf, dabei hat sie mit der angenehmen Speicherfunktion und den kompakteren Levels durchaus Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger zu bieten. Mit der gruseligen Metroid-Jagd setzt der zweite Teil zudem seinen eigenen Akzent. Metroid II war als konsequente Weiterentwicklung ein wichtiger Schritt in Richtung Super Metroid. Der qualitative Abstand zum Super Nintendo Meisterwerk bleibt dennoch ein großer, daher kann man bei der original Version des zweiten Teils heutzutage auch nur bedingt empfehlen, das Modul einzulegen.


Das leider eingestampfte Fanprojekt AM2R.

Ein erster Versuch von einem modernen Remake wurde von Fans als Projekt AM2R (Another Metroid 2 Remake) initiiert. Das PC-Spiel wurde mit dem flüssigen Gameplay und Grafikstil von Metroid: Zero Mission, zusätzlichen Features wie Kartensystem und Log, sowie verbessertem Soundtrack neu aufgelegt. Das Fanspiel brachte es bis zu einer finalen Version, die allerdings durch Nintendo verboten wurde. Der Hauptgrund dafür war vermutlich der Umstand, dass Nintendo selbst bereits ein Remake für den Nintendo 3DS in der Mache hatte. Diese Version hört auf den Namen Metroid: Samus Returns.


Samus Returns: Stufenloses Zielen in Aktion.

Anders als beim Fanprojekt orientiert sich die Grafik weniger an Metroid: Zero Mission, sondern ist komplett in 3D gehalten und erinnert eher an die Optik von Metroid Prime, wobei die 2D-Ansicht natürlich beibehalten wurde. Neben dem Hinzufügen einer automatischen Karte wurden hier weitere Modernisierungsmaßnahmen wie stufenloses Zielen und der Melee-Konter eingeführt, bei dem man gegnerische Angriffe durch richtiges Timing abwehren kann. Auch wenn das Einstampfen von AM2R durch offizielle Seite irgendwo verständlich erscheint, ist es doch schade, dass Fans, die sich eher ein Remake mit klassischem Pixelart gewünscht hätten, im Meteoritenregen stehen gelassen werden.

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