4. November 2017

Gastbeitrag: Final Fantasy III

Es begann alles, als ein Bursche namens Lenneth in ein Loch fiel, nicht ahnend, dass dieses Ereignis ihn auf ein langes Abenteuer schicken sollte …


Sechzehn Jahre hat es gedauert, bis das letzte Final Fantasy, das ursprünglich für das NES erschien, offiziell japanischen Boden verließ und auch in Übersee zu kaufen war. Sind viele ehemalige Squaresoft-Fans an der gewaltigen Flut an Remakes schon fast satt, könnte man sagen, dass Final Fantasy III für den Nintendo DS etwas Besonderes darstellt. Zum einen kommt es, obwohl Setting und Gameplay sich vollkommen am Original orientieren, in einem schicken neuen Gewand daher. Alle Schauplätze wurden zwar 1:1 übernommen, jedoch mit den neuen Möglichkeiten des DS kräftig aufpoliert. Die Charaktere sind unheimlich detailliert dargestellt, so sieht man zum Beispiel im Kampf die verschiedenen Kostüme der Jobklassen, Waffen und Schilde komplett in schicker Polygonstruktur. Das Gleiche gilt für Dungeons, Hintergründe sowie Nahaufnahmen jeder Art. Weiterhin wurde das Spiel mit vorgerenderten Filmchen bestückt, die auf den kleinen Bildschirmen des DS wirklich ansehnlich sind. Die Musik des Spiels ist gewohnt klassisch, wurde jedoch den neuen Soundmöglichkeiten des DS angepasst und ist wirklich gut gelungen. Auch wenn man die meisten Stücke schon kennt ist es ein Genuss das Chocobothema, die Siegesfanfaren oder die abenteuerliche Weltkartenmusik aus seinem DS zu hören.


Interessant sind vor allem die Möglichkeiten des DS in Hinsicht auf das Gameplay. So werden beide Bildschirme genutzt: Wenn man zum Beispiel ins Menü wechselt, so hat man seine Helden im oberen Bildschirm noch im Blickfeld. Einkäufe im Shop werden erleichtert, da man im zweiten Bildschirm sieht, wer die Ausrüstung überhaupt alles tragen kann. Für die neuen Zwischensequenzen werden ebenfalls beide Bildschirme genutzt. Wer sich nicht mehr mit der klassischen Steuerung per Steuerkreuz und Knopfdruck abgeben möchte, kann das Spiel auch komplett durch Benutzung des Touchscreen steuern.


Kämpfe finden wie gewohnt zufällig in den Dungeons oder auf der Landkarte statt, Bosskämpfe natürlich ausgenommen. Man sieht die Helden und die Delinquenten aus der isometrischen Perspektive und darf die recht detaillierten Hintergründe und Animationen bestaunen. Wenn ein Charakter einen Zauber spricht oder eine seiner Fähigkeiten anwendet, so zoomt die Kamera ab und an heran, was den Kämpfen ein wenig mehr Dynamik verleiht. Während des Storygeschehens kommt es auch öfter vor, dass sich Nebencharaktere eurer Party anschließen und euch im Kampf tatkräftig zur Seite stehen. Ein nettes Feature, das einen so manchmal vor der Benutzung einer Phönixfeder rettet. Man sieht diese NPCs dann hinter der Truppe herlaufen, kann sie aber weder steuern, noch leveln oder ausrüsten.


Die Geschichte des Spiels wurde nur minimal erweitert. Jeder Kenner weiß, dass Final Fantasy III keine epische Story hat, wie man es von den späteren Teilen gewohnt ist. Das kann man allerdings von einem NES Spiel auch schlecht erwarten. Bei der DS Variante versah Square Enix die Charaktere mit kleinen Hintergrundgeschichten, um letztendlich eine kleine Charakterentwicklung zu haben. Tritt der Stammparty ein weiterer NPC bei, so kann man diesen durch Klick auf den dazugehörigen Button auf der Weltkarte konsultieren. Die Unterhaltungen tragen zu mehr Story bei und geben auch wertvolle Hinweise, falls man sich einmal verloren fühlt.


Neben dem Ziel, den Endboss zu besiegen, gibt es einige optionale Nebenmissionen, die man teilweise nur durch die Benutzung der im DS implementierten Wi-Fi Option aktivieren kann. Allerdings lassen sich Sidequests sowie die versteckte Charakterklasse des Onion-Knight (welche im Originalteil den Standardjob darstellte) nur dann aktivieren, wenn man über die Wi-Fi Verbindung des DS mit anderen Spielern in Kontakt tritt, was mittlerweile nicht mehr so einfach ist. Der Schwierigkeitsgrad ist nicht allzu hoch und die Durchschnittsspielzeit liegt bei gerade mal um die 30 Stunden. Nach fast jedem größeren Bosskampf wird man komplett geheilt und oft findet man Brunnen oder Töpfe, welche die komplette Truppe revitalisieren. Hat man die Welt gerettet, so erscheint hinter dem entsprechenden Speicherstand ein Symbol mit drei Sternen, und man darf sich erneut auf der Weltkarte bewegen. Das Spiel besitzt einen großen Wiederspielwert, da es einfach Spaß macht, diesen Klassiker in neuen Kleidern zu genießen. Man wird auch viele Parallelen zu späteren Final Fantasy Teilen erkennen. Seien es die Zaubersprüche, die denen von Final Fantasy XI ähneln oder die Luftschiffe Invincible sowie Enterprise, deren Namen in Teil IX und IX wieder auftauchen.


Der Erfolg des Spiels spiegelt sich auch in den Verkaufszahlen in Japan wieder, wo Final Fantasy III für den DS direkt nach dem Erscheinen über ein halbes Jahr lang in fast jedem Geschäft ausverkauft war. Zeiten, in denen das Spiel als Gebrauchtware sogar mehr Verkaufswert hatte als das Original. Lange haben Amerikaner und Europäer auf die Veröffentlichung dieses Final Fantasy Teils im Westen gewartet und es hat sich gelohnt! Optisch sowie in Hinblick auf das Gameplay gehört das Spiel zu den Perlen für den DS. Die Detailverliebtheit der Szenarien, die putzigen Animationen sowie der trotz der neuen Grafik noch vorhandene Retro-Faktor machen dieses Spiel zu einem Pflichtkauf für jeden Fan der Serie.

beitragen von kyotoben

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