3. Dezember 2017

Gastbeitrag: Chocobo Racing

Eines heiteren Tages im ChocoboLand: Chocobo besucht seinen Freund Cid, der ihm neue raketenbetriebene Schuhe gebastelt hat. Diese muss Chocobo natürlich sofort ausprobieren und fährt ein paar Runden auf Cids Teststrecke. Kurz darauf kommt sein Freund Mog und will auch einen fahrbaren Untersatz haben. Cid, der Mogs Vehikel völlig vergessen hat, bastelt ihm schnell über Nacht einen flotten Miniroller. Mog, der unbedingt der Schnellste und Beste sein will, nörgelt zunächst herum, gibt sich dann aber mit seinem Einkaufsporsche zufrieden, und testet ihn in einem Rennen gegen Chocobo. Natürlich gewinnt Chocobo, und sofort unterstellt Mog Cid, dieser hätte sein Fahrzeug manipuliert.


Nachdem er sich wieder beruhigt hat, richtet Mog seine Aufmerksamkeit auf den blitzenden blauen Kristall an Chocobos Füßen. Schnell wird klar, dass diese Kristalle besondere Fähigkeiten verleihen, und Mog wittert seine große Chance, die Fähigkeiten anderer Rennbegeisterter an sich zu bringen. Und so machen sich Chocobo und Mog auf den Weg, um unerforschte Rennstrecken, mächtige Kristalle, und neue Freunde zu finden. Auf ihrer Reise begegnen sie vielen bekannten Gesichtern wie einem Goblin, einem Schwarzmagier, einer Weißmagierin und dem übergewichtigen Chubby Chocobo. Und wie sollte es auch anders sein, fahren die Gefährten stets ein Rennen gegen ihre neuen Freunde, die sich als würdige Gegner herausstellen. Wenn man das Rennen gewinnt, so schließt sich der Gegner eurer Truppe an, und ist fortan im nächsten Rennen anwählbar.


Der PlayStation Titel Chocobo Racing ist dabei natürlich kein RPG, sondern, wie der Name schon sagt, ein klassisches Arcade-Rennspiel. Zu Beginn eines Rennens wählt man einen Fahrer sowie eine Fähigkeit. Die einzelnen Charaktere fahren dabei mit ganz verschiedenen "Fahrzeugen" durch die Kurse. Von Rollschuhen, fliegenden Teppichen, Wolken bis hin zum Panzer ist alles vertreten. Jeder Fahrer hat eine eigene Fähigkeit, die ihm von seinem blauen Kristall verliehen wird. Man kann sie im Rennen einsetzen, sobald sich der Special-Balken aufgeladen hat. Zu diesen Fähigkeiten gehören Chocobos "Dash" (Geschwindigkeitsschub), Mogs "Flap" (über das Terrain schweben, sodass man keinen Schaden durch Bodenattacken nehmen kann) sowie Golems "Grip" (besserer Halt auf der Fahrbahn). Dabei kann jeder Charakter jede Fähigkeit nutzen, sofern der Spieler sie ihm vor dem Rennen zugewiesen hat. Während der Fahrt ist es zudem möglich, eine Vielzahl an Power-Ups einzusammeln. So kann man zum Beispiel seine Gegner mit Blitzattacken strafen, mit Feuerbällen abschießen oder so stark eineisen, dass sie die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren. Insgesamt kann man von diesen Power-Ups maximal drei auf einmal bei sich tragen, diese hängen dann deutlich sichtbar am Heck des Fahrzeuges. Des Weiteren besitzt jedes Power-Up drei Ausbaustufen, welche sie noch wirksamer machen.


Die Steuerung der Fahrzeuge ist sehr gewöhnungsbedürftig. Einsteiger werden zunächst die Strecken mehrmals befahren müssen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wo und wie man am besten um die Kurve "slidet". Deshalb empfiehlt es sich zunächst den Storymodus zu spielen, der die Reise von Chocobo und Mog erzählt. Zu jeder Etappe wird ein neues Buch aufgeschlagen und ein kleines Diorama entfaltet, das den Schauplatz für die nächsten Dialoge darstellt. Der Storymodus ist nett gemacht, bietet aber leider kaum Handlung. Daneben gibt es noch den Grand Prix-Modus, das Zeitfahren und den Versus-Modus. Letzterer stellt einen Pluspunkt für das Spiel dar, denn zu zweit macht ein Rennspiel immer noch am meisten Spaß. Für Hartgesottene besteht die Möglichkeit, im Storymodus eine Vielzahl an Bonuscharakteren frei zu fahren. So darf man sich auch auf ein Wiedersehen mit Charakteren aus Final Fantasy VII, Final Fantasy VIII und Parasite Eve freuen.


Grafisch ist das Spiel leider ein wenig dürftig. Die Charaktere werden als pixelige 2D-Sprites dargestellt, und auch die Strecken wirken auf den Betrachter wenig detailliert. Die oft zu beobachtenden Clippingfehler unterstreichen dieses Bild. Der Sound dürfte Fans von Final Fantasy teilweise bekannt vorkommen, da ab und an bekannte Melodien aus jener Erfolgsreihe auftauchen. Durchfährt man als Erster das Ziel, so wird man mit Siegeshymnen aus den verschiedenen Final Fantasy Teilen gewürdigt. Die musikalische Untermalung des Spiels kann man durchaus als gelungen betrachten, mit einprägsamen Melodien, die das jeweilige Szenario gut unterstreichen.


Chocobo Racing ist ein Spiel, das wohl eher ein etwas jüngeres Publikum ansprechen soll. An Klassiker wie Mario Kart oder Rock ‘N Roll Racing kommt es zwar nicht heran, macht jedoch nach Gewöhnung an die suboptimale Steuerung trotzdem Spaß, und sorgt gerade durch den Zweispieler Modus für gute Unterhaltung.

beigetragen von kyotoben

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