20. Januar 2018

Gastbeitrag: Chocobo World

Chocobo World ist eigentlich ein Minispiel aus Final Fantasy VIII. Bei PlayStation-Spielern war das Spiel besonders beliebt, da es sich über das Zusatzmodul PocketStation spielen ließ. Diese sieht aus wie ein kleines Tamagotchispiel, das per Memory Card Slot mit der PlayStation verbunden wird. Leider wurde dieses Zubehör nur in Japan vertrieben, so dass Amerikaner und Europäer, welche die PlayStation Fassung von Final Fantasy VIII spielten, Chocobo World nicht nutzen konnten. Erst als die PC Konvertierung des achten Final Fantasy Teils hierzulande publiziert wurde, entschied sich Square Enix (damals noch Squaresoft), das kleine Minispiel als Stand-Alone-Version dem Lieferumfang beizulegen.


Das Besondere daran: Chocobo World ist zwar ein eigenständiges Spiel, interagiert jedoch mit Final Fantasy VIII. So ist es möglich, erhaltene Gegenstände zu synchronisieren, so dass Squall und seine Gefährten sie im Spiel verwenden können. Zuerst muss Squall jedoch das Chocobo-Kid gefunden haben. Im Speicherbildschirm erscheint dann ein neues Menü, über das man mit der Chocobo World Kontakt aufnehmen kann. Startet man Chocobo World, übernimmt man die Kontrolle von Chocobo Boko. Man steuert ihn mit den Cursortasten über eine Landkarte, auf der eine begrenzte Anzahl von Events eingezeichnet ist. Nähert sich Boko einem dieser Ereignisse, wird er entweder auf einen seiner Freunde treffen, die ihn mit Gegenständen und neuen Waffen versorgen, oder in einen Kampf verwickelt.


Kämpfe laufen nach einem einfachen Muster ab. Boko und sein Gegner haben eine bestimmte Anzahl an HP. In der Mitte werden Punkte eines Active Time Battle Systems angezeigt, die gen Null fallen. Derjenige, dessen Wert zuerst Null erreicht, gewinnt die Runde und darf angreifen. Das Prozedere wiederholt sich, bis einem von beiden die HP ausgegangen sind. Gewinnt Boko, erhält er eine Kugel, die durch Zufall auf einem 3x3 Fassungen großen Brett platziert wird. Bilden drei Kugeln eine vertikale, horizontale oder diagonale Reihe, steigt Boko ein Level auf. Verliert das Maskottchen den Kampf legt er sich schlafen, bis seine HP wieder aufgeladen sind. Auch sonst kann es passieren, dass Boko seine Reise plötzlich für kurze Zeit unterbricht, um sich zu erholen, indem er zum Beispiel Fernsehen schaut, Kuchen isst, ein Lagerfeuer macht, oder Angeln geht.


Grundsätzlich läuft in Chocobo World alles automatisch ab. Man muss also nicht aktiv spielen und kann Chocobo World getrost im Hintergrund für sich arbeiten lassen. Das ist auch der große Vorteil: Man kann viele nützliche Gegenstände bekommen, ohne etwas dafür zu tun. Allerdings kann es auch von Vorteil sein, aktiv Bokos Geschicke zu lenken. So kann man im Kampf Bokos Aktionen beschleunigen, und auf der Karte den Chocobo gezielt zum nächsten Ereignis rennen lassen.


Auf seiner Reise trifft Boko auch des Öfteren auf seine beiden Gefährten Kaktor und Moomba. Ersterer versteht es, nützliche Gegenstände auszugraben. Erhält man von Kaktor ein Objekt, so ist es lediglich mit A, B, C oder D betitelt. Erst wenn man die Items in Final Fantasy VIII importiert, erfährt man, was der freundliche Kaktus eigentlich gefunden hat. Moomba hingegen überrascht, indem er Boko ständig neue Waffen anbietet. Diese werden nicht grafisch dargestellt, sondern kommen in Form eines vierstelligen Zahlenwertes daher, der die Stärke angibt. Weiterhin hat man die Möglichkeit, sogenannten Spezialevents zu begegnen, die mit der STRG Taste bestätigt werden müssen, auch wenn man das Spiel auf Automatisch laufen hat. Zu diesen Ereignissen gehört zum Beispiel das Treffen mit dem Mogry-Kid. Trifft man auf ihn erscheint ein neuer Bildschirm mit den Optionen Standby und Sleep. Wählt man Standby kommt Mogry Boko im Kampf zu Hilfe, falls dieser Gefahr läuft, den Kampf zu verlieren. Im Sleep Modus ruht Mogry und man entgeht der Gefahr, ihn im Kampf zu verlieren. Neben dem Importieren der Gegenstände ist es auch möglich, Boko, Moomba und Mogry-Kid als Aufrufzauber in Final Fantasy VIII zu beschwören. Das Level der Beschwörungen ist dabei gleich Bokos Level in Chocobo World. Des Weiteren ist es möglich, dass Boko durch Küsse des von ihm angebeteten weiblichen Chocobos drei Spezialattacken lernt.


Das Spiel ist rund 1,2 MB groß. Grafik ist deshalb auch nicht existent. Zwar werden die Figuren durch eine Handvoll Pixel symbolisiert, aber das war es dann auch schon. Lässt man das Spiel im Vollbildmodus laufen, erhöht sich sofort das Risiko, Augenkrebs zu bekommen. Der Sound besteht aus vier Stücken: Der Weltkartenmusik, einer Variation des klassischen Chocobo Themas, der Siegesfanfare und der Kampfmusik, eine flotte Kampfhymne nach Final Fantasy Manier, sowie eine ruhige Tonfolge während des Rastens. Die Qualität ist in etwa mit polyphonen Handytönen zu vergleichen.


Chocobo World ist, obwohl es allein spielbar ist, nur ein Minispiel und so sollte es auch betrachtet werden. Das Chocobofeeling, die Option, Gegenstände für Final Fantasy VIII zu erhalten sowie das einfache und schnelle Leveln sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Auf lange Sicht wird man es jedoch vorziehen, das Spiel automatisch laufen zu lassen.

beigetragen von kyotoben

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