9. Dezember 2017

Meine Top 5 Fehlkäufe: Die hinteren Ränge

Bei so viel Mist, den man über die Jahre ansammelt und frustriert wieder verkauft, war es nicht einfach zu bestimmen, welcher es in die Top 5 Fehlkäufe schafft. Die folgenden Spiele waren nah dran, konnten sich aber leider nicht für einen Platz der größten Enttäuschungen qualifizieren:

Dirge of Cerberus: Final Fantasy VII


Viel habe ich von Dirge of Cerberus natürlich nicht erwartet, aber selbst als billiger Final Fantasy VII Fanservice gibt das Spiel nichts her. Wegen seinen statischen Umgebungen, mittelmäßigem Action Gameplay und fehlenden Checkpoints wollte einfach keine Freude aufkommen.

Metroid


Ich mag die Metroid-Reihe, und ich mag NES-Spiele, aber mit dem Debüt der Serie wurde ich nie richtig warm. Korrigierenderweise muss ich sagen, dass ich NES-Spiele nur mag, wenn sie nicht hoffnungslos veraltet sind, was bei Metroid allerdings leider der Fall ist. Das grundlegende Gameplay ist zwar spaßig, wird aber von einigen Mängeln getrübt: Aufgrund technischer Begrenzungen sehen die verschiedenen Bereiche sehr ähnlich aus, eine Karte gibt es nicht, sodass man sich ständig verirrt. In den westlichen Versionen fehlt ärgerlicherweise die Speicherfunktion der ursprünglichen Famicom Disk System Fassung, stattdessen muss man sich längere Passwörter notieren. Das ist zwar bei vielen Spielen der Zeit üblich, was hier allerdings gehörig nervt ist, dass Samus' aktuelle Energie nicht gespeichert wird, sodass sie immer mit 30 Einheiten startet, auch wenn man schon vier Energietanks zur Verfügung hat. Da hilft nur, nach Eingabe des Passworts Energiekapseln zu farmen, oder zu versuchen, das ganze Ding in einem Rutsch durchzuspielen. Am besten spielt man die Virtual Console Fassung, bei der man wenigstens speichern kann, oder versucht sich an dem Game Boy Advance Remake Zero Mission. Aber das NES-Modul kommt mir nicht mehr ins Haus.


Zenonia


Zenonia hatte ich mir für ein paar Euro für die PlayStation 3 gekauft, weil ich von den Screenshots her dachte, dass es ein 16-Bit Action-RPG ähnlich wie Secret of Mana sein könnte. Ist es aber nicht. Mit seinen Fetch- und Killquests ähnelt es strukturell mehr einem Single Player MMORPG. Was an sich nicht verkehrt ist, wenn es sich nur gut spielen ließe: Zenonia leidet - zumindest in der PlayStation 3 Fassung - an chronischen Lags, Bugs und sogar Crashes. Das Menü zum Speichern braucht immer eine Weile zum Öffnen und Schließen, und relativ oft reagiert das Steuerkreuz für einige Sekunden einfach gar nicht, sodass man an Ort und Stelle stehen bleibt, was vor allem dann ungünstig ist, wenn man gerade von Monstern attackiert wird. Einer der seltenen Fälle, in denen ich an ein technisch kaum funktionierendes Spiel geraten bin.

Kirby's Dream Course


Ein Minigolfspiel mit Kirby, das als Geheimtipp auf dem Super Nintendo gilt. An dem Spiel ist vermutlich nicht viel verkehrt, ich habe nur nie wirklich geschnallt, wie man dort irgendwelche Fortschritte macht. Vielleicht bin ich als Everybody's Golf Spieler auch einfach zu casual für Kirbys Dream Course.


Arc the Lad: Twilight of the Spirits


Ein Strategie-RPG, das für meinen Geschmack einfach zu durchwachsen war: Von den beiden Storylines ist eigentlich nur eine spannend, die Musik ist teils großartig und teils merkwürdig, das Kampfsystem, das ohne Grid auskommt, ist prinzipiell spaßig, wenn das Speichersystem bloß nicht so komisch wäre. Als ich nach einigen Zufallskämpfen ohne Speichermöglichkeit in eine Rettungsmission geraten bin, in der die Geisel im ersten Zug in eine gegnerische Horde und damit in den sicheren Tod gerannt ist, hatte ich genug von Twilight of the Spirits.

Castlevania: Lords of Shadow


Der Grund, warum Lords of Shadow für mich als Castlevania Fan einen Fehlkauf darstellt ist, dass es für mich einfach kein richtiges Castlevania ist. Was die Reihe für mich ausmacht ist, dass sie uns eine japanische Version der typisch europäischen Horrorsagen liefert und einen einzigartigen Stil hat, der es von anderen Monsterjäger Spielen abhebt. Das in Spanien entwickelte Lords of Shadow sieht dagegen eher wie ein Mix aus den Filmen Van Helsing und Pans Labyrinth aus, mit Gegnern, die aus Buffy oder den Herr der Ringe Filmen stammen könnten. Abgesehen vom Design des Hauptcharakters Gabriel Belmont erinnert mich nichts davon an die vorigen Castlevania Spiele. Dafür bedient sich Lords of Shadow ziemlich offensichtlich von God of War, Legend of Zelda, Shadow of the Colossus und anderen zeitgenössischen Action Adventures, mit dem Resultat, dass sich das Spiel überfrachtet und identitätslos anfühlt. Die dämliche Story und übertrieben vielen Quicktime Events machen das Spielerlebnis für mich leider auch nicht besser.

Jet Force Gemini


Einer meiner vielen enttäuschenden Versuche, den N64-losen Teil meiner Kindheit nachzuholen. Jet Force Gemini hatte ich damals zumindest mal irgendwo gesehen, heutzutage taucht der Titel öfter als Nennung in Listen von unterbewerteten Nintendo 64 Spielen auf. Abgesehen von dem grafischen Schock, den Spiele von Nintendos erstem 3D System selbst bei einem Retrogamer wie mir verursachen, empfand ich Jet Force Gemini als unspielbar. Das mag auch damit zusammenhängen, dass ich in Shootern nicht besonders gut bin, aber ein Problem mit Jet Force Gemini ist auch, dass man die Achse, mit der man das Fadenkreuz nach oben oder unten lenkt, nicht invertieren kann, und die Standardeinstellung entgegen meiner Intuition ist. Wenig hilfreich ist auch, dass die gesamte Steuerung sehr überfrachtet ist. Weit kam ich entsprechend nicht.


Disgaea


Während mir zumindest die Demo von Disgaea 5 gefallen hat, konnte ich mich mit dem ersten Teil für die PlayStation 2 nie anfreunden. Gleich zu Beginn wird man mit all seinen Spielsystemen erschlagen, etwa mit der Assembly, bei der man Charaktere rekrutieren oder versuchen kann, Gesetze im Rat durchzubringen, indem man deren Mitglieder entweder besticht oder bekämpft, oder der Item World, in der man die zufallsgenerierten Dungeons in Ausrüstungsgegenständen bezwingen kann, um besagtes Item zu verbessern. Das alles ist nur so lange witzig, bis man merkt, dass man zur Nutzung der meisten Möglichkeiten entweder zu schwach oder zu arm ist, und ohne Grinden kein Land sieht. Dummerweise gilt das auch für die Standardmissionen der Hauptstory. Wenn es schon Grinding in einem Spiel geben muss, bevorzuge ich eine möglichst stumpfsinnige Form, bei der man außer Rumlaufen und einen Knopf zu drücken nicht viel tun muss. Aber bei einem komplexen Strategie-Spiel wie Disgaea ist das nicht drin, zumal man dort idealerweise Gegner aufeinanderwerfen sollte, damit sie mehr Erfahrungspunkte abwerfen, und ähnliche Tricks anwenden sollte. Mal abgesehen davon, dass es nicht viel Sinn macht, in einem Genre, das eigentlich Taktik im Fokus hat, stupide leveln zu müssen. Am nervigsten war es für mich, bei der Bossmission zu testen, ob man genug gegrindet hat oder nicht. Verliert man nämlich gegen einen Boss, bekommt man direkt ein Bad Ending mit Abspann serviert, was man selbstverständlich nicht überspringen kann.

Grim Fandango



Als Anhänger klassischer LucasArts Adventures galt Grim Fandango, das ich damals nur in Zeitschriften gesehen hatte, lange Zeit als verlorener Schatz der Adventure-Ära. Das änderte sich allerdings schnell, nachdem ich es in Form des Remasters selbst spielen konnte. Keine Frage, der visuelle Stil ist auch heute noch genial, die Welt und die Charaktere unvergleichlich bizarr, was den legendären Ruf des Point and Click Abenteuers nachvollziehbar macht. Aber das Gameplay? Ohne konstante Verwendung einer Komplettlösung ist es fast unmöglich, in Grim Fandango weiterzukommen. Ich kenne kein Adventure, bei dem die Lösungen der Rätsel so obskur sind. Warum es trotzdem so eine gute Reputation hat, will mir nicht einleuchten. Für mich ist Grim Fandango ein Spiel, von dem man sich am besten ein Longplay ansehen und es dabei belassen sollte.

Final Fantasy III


Obwohl ich ein großer Final Fantasy Fan bin, habe ich es bis heute nicht über mich gebracht, einen der ersten drei NES Teile länger als die ersten Stunden zu spielen. In das DS-Remake von Final Fantasy III legte ich die Hoffnung, es damit weiterzubringen. Allerdings leidet es wie viele Rollenspiele mit 8-Bit Wurzeln unter dem Fehlen eines durchgängigen roten Fadens. Nach dem Erspielen des Schiffs hatte ich schnell keine Ahnung mehr, wo es genau weitergehen soll, und bald auch keine Lust, es herauszufinden. Mit dem Wissen, dass ich nicht viel mehr verpasse als große Dungeons ohne Speicherpunkte, darunter anscheinend einen der fiesesten Enddungeons aller Zeiten, konnte ich das Spiel reuelos aufgeben. Von einem Remake hätte ich mir dann doch etwas mehr Modernisierungsarbeit gewünscht. Den tollen Soundtrack kann ich mir ja auch so anhören.