27. April 2017

Gastbeitrag: Persona 3 FES Trauma Teil 1























Ich bin ein großer Fan der Persona (Shin Megami Tensei) Reihe. Persona 3 hat es mir ganz besonders angetan. Dabei kann ich noch nicht einmal richtig benennen, was mich genau daran so fasziniert. Ich würde einfach sagen, dass es für mich bisher eine ziemlich gute Mischung aus stylishem Anime-Sequenzen, coolem Charakter- und Monsterdesign, Dungeoncrawler und Datingsimulation ist. Schmachtend sitze ich oft vor Screenshots und Gameplay-Videos zu Persona 4, nur zu gerne würde ich es besitzen. Ich kann es nicht und dafür gibt es Gründe, die in der Vergangenheit liegen. Lasst uns einen kleinen Ausflug in das Jahr 2008 machen.

Persona 3 habe ich einen ganzen Sommer lang gespielt. Tagsüber erlebte mein Hauptcharakter einen normalen Schultag in Japan. Man konnte sich dafür entscheiden, ob man im Unterricht zuhören, oder doch lieber einschlafen wollte, man konnte sogar einem Schulclub beitreten. Ich entschied mich dafür, Mitglied des Kendo-Clubs zu werden. Gelegentlich musste ich sogar für Prüfungen lernen.Während draußen die Leute vergnügt Beachvolleyball spielten, wollte ich weiter Leute daten und coole Personas mischen mit denen ich in der Nacht zu cooler Hip Hop Musik in den Kampf ziehen konnte. Natürlich wollte ich auch herausfinden, warum sich die Schule nachts in den Turm Tartarus verwandelte und warum diese unheimlichen Monster uns attackierten und gelegentlich apathische Jugendliche zurückließen.

So begann eine lange, wirklich sehr lange Reise durch unzählig viele Etagen des Turms Tartarus auf der Suche nach den Antworten auf all die Fragen, die dieses Spiel aufwarf. Auf jeder Etage warteten ziemlich viele Monster darauf besiegt zu werden. Die Etagen waren zudem ziemlich groß, man musste sich lange auf ihnen aufhalten, um sie nach seltenen oder brauchbaren Gegenständen abzugrasen und um nach Treppen und Checkpoints zu suchen. Das Problem war nur, dass der Tod meine Party verfolgte, wenn ich für eine Etage zu lange brauchte und der Tod war nicht zu besiegen. Es war jedesmal ein Drama, wenn ich einen Kampf verlor, denn ich musste beim letzten Checkpoint anfangen und leider war es oft so, dass dieser sich viele Etagen unter der Etage befand, auf der ich zuletzt besiegt worden bin. Schleichend entwickelte sich das Dungencrawlen zu einer echten Farce. Was hielt meine Motivation aufrecht? Das Versprechen, dass ich nach 200 Etagen endlich den Grund für alles erfahren würde.

Nach auszehrenden 60 Spielstunden erreichte ich endlich die 200. Etage. Ich war wirklich stolz auf mich, weil ich durchgehalten habe und das obwohl die Story bereits (meiner Meinung nach) durch war. Es galt also nur noch den Endboss zu besiegen. Doch leider sagte man mir, dass ich noch nicht am Ziel meiner Reise wäre. Ich müsse noch 80 Etagen aufsteigen. So kurz vor dem Ziel wollte ich natürlich nicht aufgeben. So ätzend es auch war, ich stieg die 80 Etagen weiter hinauf. Bei der 280. Etage war ich aber leider immer noch nicht am Ziel. Ich wäre fast da, aber eben noch nicht ganz. Ich müsse noch ein paar Etagen weiter hoch. Ich war jedesmal kurz davor das Spiel sonstwo hinzupfeffern, aber es fehlte ja nicht mehr viel. Ganz sicher würde ich bald da sein, so viel konnte doch gar nicht mehr kommen. Oder etwa doch?

beigetragen von Eli

19. April 2017

Meine Top 4 Lufia Höllenfürsten

Jeder liebt Lufia, und jeder liebt Toplisten, von daher gibt es sie hier, ohne weitere Vorrede: Meine Top 4 Lufia Höllenfürsten:

Platz 4: Daos



Daos ist der Höchste unter den Höllenfürsten. Trotzdem macht er nicht viel her mit seiner grauen Matte und seiner mit Teppichen behangenen Rüstung.

Platz 3: Amon



Amons goldene Rüstung ist wahrlich ein Blickfang. Für eine bessere Platzierung fehlen ihm allerdings die nötigen Ecken und Kanten.

Platz 2: Erim



Erim ist die Meisterin des Todes, ein Titel, der für sich genommen schon den zweiten Platz rechtfertigt. Davon abgesehen liegt sie mit ihrem 80er Fitness Look absolut im Trend, während ihr Dämonenfratzenschild subtil, aber geschmackvoll ihren Oger-Aspekt betont.

Platz 1: Gades



Feuriges Haar, eine Schwertklinge in Flammenform und eine hundsgemeine Visage: Was will man mehr? Dank seiner infernalen Eigenschaften darf sich Gades verdient auf das Siegerpodest der Lufia Fieslinge stellen.

16. März 2017

Gastbeitrag: Bahamut Lagoon

Anno 1996, genau ein Jahr nach dem Release von Front Mission, versuchte sich Squaresoft erneut an einem rundenbasierten Strategie Spiel für das Super Famicom. Bei der Entwicklung von Bahamut Lagoon standen jedoch ebenso die Aspekte eines RPGs, sowie diverse Fantasy-Elemente im Vordergrund. So benutzte man für den Titel eine der bekanntesten Beschwörungen aus der Final Fantasy Reihe: Den Drachen Bahamut. Selbiger bekleidet hier das Amt des Heiligen Drachens, welcher sich im ewigen Schlaf zu befinden scheint. Das Spiel an sich ist relativ linear aufgebaut. Man kämpft sich durch 27 Kapitel, bestreitet dabei je ein Szenario, erhält vom Gegner neue Gegenstände, und steigt durch das Sammeln von genügend Erfahrungspunkten schließlich einen Level auf. Kommt man einmal nicht weiter, weil man zum Beispiel zu schwach für die aktuelle Mission ist, kann man beliebig viele Nebenquests erfüllen, die alle das bloße Besiegen der jeweiligen Gegner als Ziel haben.


Vor dem Kampf stellt man verschiedene Gruppenformationen mit je vier Personen zusammen. Das Besondere hierbei: Jeder Einheit ist ein Drache zugeordnet, den man im Kampf allerdings nur indirekt steuern kann. Einfluss auf die Drachen kann man anhand von drei mündlichen Befehlen ausüben. Gibt man die Anweisung Come! ein, so folgt der Drache der zugehörigen Truppe, und attackiert gegnerische Einheiten in der Nähe. Mit Go! gibt man ihm zu verstehen, dass er alleine losziehen und selbst zu einem Gegner am anderen Ende der Karte fliegen soll. Das hat jedoch den Nachteil, dass er dann unter Umständen ganz alleine gegen eine Schar von Monstern kämpfen muss. Der dritte Befehl, schlicht und einfach mit Wait! bezeichnet, veranlasst den Drachen, sich dezent im Hintergrund zu halten, und bei Bedarf eventuell die Gruppe zu heilen.


Ist eine Schlacht gewonnen, so ist es des Spielers Aufgabe, die Drachen zu füttern. In diesem Aspekt liegt auch der größte Reiz des Spiels: Je nachdem, wie man zu dem Drachen steht, und was man ihm zu futtern gibt, wird selbiger sich weiterentwickeln. Dabei ändert der Drache meistens Form und Farbe, sowie bei drei Spezialformen auch die Fähigkeiten. Dieses System ist so komplex, dass jeder Drache mindestens 25 verschiedene Entwicklungen durchmachen kann. Einige davon sehen aus, als entstammen sie einer Freakshow mittelalterlicher Horrorgeschichten. Der Spieler wird wohl kaum alle verschiedenen Formen beim einmaligen Durchspielen zu Gesicht bekommen.


Eine weitere Innovation ist das Agieren mit dem Terrain, auf dem man kämpft. Spricht man zum Beispiel einen Feuerzauber auf ein Waldgebiet, so fängt dieses an zu brennen, und jede sich dort befindliche Einheit erleidet Schaden durch Waldbrand. Oder man friert einfach einen Fluss zu, der vorher unüberwindlich zu sein schien. Fortan ist gleicher problemlos passierbar. Sollte man einmal knapp an HP sein, und sich weder durch Gegenstände noch durch Magie heilen können, so postiert man sich am Ende der Runde auf einem Gebäude, und erhält am Anfang des nächsten Zuges acht Prozent der maximalen HP zurück. Dies kann sich zu einem unverzichtbaren Vorteil, jedoch unter Umständen auch zu einem großen Nachteil entwickeln. Gerade deshalb zählt das Kampfsystem zu den interessantesten, die je für ein Squarespiel entwickelt wurden.


Auch wenn es den meisten eigenständigen Spielen zu Unrecht anhaftet, so muss man bei Bahamut Lagoon einfach die Parallelen zum großen Bruder Final Fantasy berücksichtigen. Es kommt zwar kein weiterer Cid im Spiel vor, und nach Moogles oder Chocobos sucht man auch vergebens, jedoch sind die Einflüsse nicht von der Hand zu weisen: Angefangen bei Bahamut, welcher ursprünglich eine Beschwörung aus Final Fantasy darstellt, über die bekannte Jobklasse des Summoners, bis zu den Mini Devils, kleinen seltsamen Gestalten, die den bekannten Moogles nicht unähnlich sind. Bahamut Lagoon hat den Sprung über den Pazifik leider nie geschafft, doch dank einer gelungenen Fan-Übersetzung ist diese Perle Squaresofts auch westlichen Fans mit weniger Japanischkenntnissen zugänglich.


Mit Bahamut Lagoon schuf Squaresoft ein wirklich innovatives Strategiespiel, das gleichzeitig auch ein gutes RPG ist. Eine interessante Story und die dreißig (!) spielbaren Charaktere machen das Spiel zu einem echten Genuss. Wer Front Mission zu schätzen weiß und sich Final Fantasy Fan schimpft, sollte unbedingt einen Blick auf Bahamut Lagoon werfen.

beigetragen von kyotoben

10. März 2017

Die Final Fantasy XV Gameplay Loop

Das Gameplay von Final Fantasy XV kann mit seinen vielen Systemen am Anfang verwirrend komplex erscheinen, von daher gebe ich hier mal eine kompakte Übersicht über die grundlegende Gameplay Loop, auf der alles Weitere aufbaut:

Schritt 1


Sucht euch ein adäquates Quest als Ziel aus.
















Schritt 2


Fahrt zu eurem Lieblings Uematsu Battle Theme (hier: The Man with the Machine Gun) fünf Minuten durch die Gegend.
















Schritt 3


Schlagt euch durch die Wildnis, bis ihr am Ziel angelangt seid.
















Schritt 4


Geratet in einen unerwartet unfairen Kampf (zum Beispiel machbare Standardmobs, die während des Kampfes imperiale Verstärkung bekommen).
















Schritt 5


Seht hilflos zu, wie euren niedlichen Jungs nach und nach der Arsch sperrangelweit aufgerissen wird (angefangen immer bei Prompto, unserem schwächelnden Darling mit der Vorliebe fürs Fotografieren).
















Schritt 6


Wartet, bis schließlich auch Noctis am Ende ist, und unternehmt nichts weiter, da ihr zu geizig seid, teure Phönixfedern zu verschwenden, und zu stolz, um euch auf dem einfachen Schwierigkeitsgrad von Karbunkel helfen zu lassen. Lasst ihn sterben (shhh, es ist in Ordnung, lasst es einfach geschehen).
















Schritt 7


Beendet im Game Over Bildschirm das Spiel.
















Und danach geht es wieder zurück zu Schritt 1! Ich hoffe, diese Übersicht macht den Spielablauf ein wenig klarer.

1. März 2017

Meine Top 10 Fehlkäufe: Platz 9

Jeder Videospieler kennt und fürchtet sie: Fehlkäufe. Sie stehlen uns Geld, Zeit und Platz im Regal beziehungsweise auf der Festplatte. Nachfolgend habe ich meine denkwürdigsten Fehlgriffe dokumentiert:


9. Persona Q


Persona Q war einer meiner Kaufgründe für den 3DS. Niedliche Grafik, Persona 3 + 4 Charaktere, Dungeon Crawling, was gab es daran nicht zu lieben? Und tatsächlich war ich während der ersten beiden Dungeons regelrecht süchtig nach dem Mix aus Erkunden, Plaudern, Kämpfen und Fusionieren. Ich war sogar so involviert, dass ich alle Nebenaufgaben angegangen bin und immer brav 100% der Kerkerebenen kartografiert habe.


Doch die Euphorie währte leider nicht lange: Ab dem dritten Dungeon gingen mir die Elemente, die eigentlich als Auflockerung während des Kerkerkriechens gedacht waren, allmählich auf die Nerven: Zum einen die ständigen Unterbrechungen durch Dialoge, in denen es meist ausschließlich um die Macken der Charaktere geht, zum anderen die Laufpuzzles, die so obskur geworden sind, dass ich online nach den Lösungen schauen musste. Wesentlich unerträglicher wurde es im vierten Dungeon. Wer auch immer gedacht hat, dass es eine spaßige Idee wäre, vier ganze Stockwerke lang nichts anderes zu tun als auf der kürzesten Route oder in der richtigen Reihenfolge von A nach B zu laufen, während man ständig FOEs und alle zehn Schritte Zufallskämpfe mit den immer gleichen Formationen im Nacken hat, irrt gewaltig. Es fühlte sich eher so an, als hätte jemand alles daran gesetzt, diesen Dungeon gezielt so nervtötend wie möglich zu gestalten.


Obwohl ich schon nach dem ersten Stockwerk keinen Bock mehr hatte, habe ich trotzdem noch versucht, das Spiel zu Ende zu bringen. Das ist der Vorteil eines Handheld, dass man unliebsam gewordene Titel noch irgendwie nebenher beim Fernsehen weiter bearbeiten kann. Aber auch das hat irgendwann nicht mehr geholfen, selbst als Beschäftigung für nebenher wurde es mir zu stumpfsinnig. Nachdem ich es entnervt bis zum vierten Stockwerk geschafft hatte, kam mir der spontane Einfall, es vielleicht einfach endgültig gut sein zu lassen. Sicher war der Dungeon-Boss nicht mehr fern, das Spiel nach einem weiteren Dungeon auch durch gewesen, und ich hatte bereits über 70 Stunden und 40 Euro für die Anschaffung investiert. Davon hatte ich allerdings mindestens die letzten 20 eigentlich gar keinen Spaß mehr. Warum also zu den verschwendeten Stunden noch weitere hinzufügen? Da ich das Spiel weder durchspielen noch in meinem Backlog belassen wollte, habe ich es am Ende verkauft.


Während Persona Q aufgrund seiner eklatanten Schwächen zweifelsfrei ein Fehlkauf war, hat es mir auch Schwächen in meiner Einstellung gezeigt: Spiele auf Teufel komm raus zu Ende bringen oder stattdessen loswerden zu wollen, ist vielleicht nicht unbedingt die beste Sicht der Dinge. Im Fall von Persona Q hätte ich im Nachhinein besser schon früh in der zweiten Hälfte abgebrochen und es dabei belassen. Für die spaßige erste Hälfte hatte sich die Anschaffung ja trotzdem irgendwie gelohnt.

10. Crimson Shroud

25. Februar 2017

Shin Megami Tensei: Devil Survivor 2

Shin Megami Tensei: Devil Survivor 2 kam erst am Ende der Lebensspanne des Nintendo DS in Europa heraus und ist damit auch das letzte Rollenspiel für das System in der PAL-Region. Die hiesige Veröffentlichung durch Publisher Ghostlight stand dabei aufgrund zweifelhafter Nachfrage längere Zeit auf der Kippe. Der Nintendo DS hatte seine besten Tage hinter sich, auf dem 3DS gab es bereits das Remake des Vorgängers Overclocked, und auch die Devil Survivor 2 3DS Neuauflage Break Record war zumindest in Japan bereits ein Thema. Von daher war eine Mindestmenge an vorbestellten Einheiten nötig, um die Veröffentlichung möglich zu machen. Schlussendlich fanden sich 1800 verlorene Seelen zusammen, um den Titel doch noch zu uns zu bringen.


Ähnlich dramatisch wie die Geschichte um die Veröffentlichung des Spiels ist auch seine Handlung: Namenloser Hauptcharakter und seine Freunde Io und Daichi zerbrechen sich den Kopf um ihre Aufnahmeprüfungen für die Uni, allerdings wäre das hier kein Shin Megami Tensei, wenn das ihre einzige Sorge bleiben würde. Eine merkwürdige Website mit dem Namen Nicaea versendet Mails zu Videos, die den bevorstehenden Tod der eigenen Freunde zeigen soll. Prompt bekommen die drei selbst eine Nachricht, die ihr vorzeitiges Ende ankündigt, das zum Glück doch noch abgewendet werden kann. Doch just dann bricht die Dämonenapokalypse aus. Das Trio, das kurioserweise durch mobile Apps Dämonen beschwören, ersteigern und fusionieren kann, wird in der Folge in einen unerwarteten Kampf um das Schicksal der Menschheit geworfen.


Fans der japanischen Unterhaltungsindustrie sollten bei der Story einige Anknüpfungspunkte finden. Das makabere Mysterium um Nicaea greift typische Elemente japanischer Horrorfilme auf, während die apokalyptische Geschichte und bizarren Bosse an den Kult-Anime Neon Genesis Evangeleon erinnern. Auch sonst weiß die Handlung zu unterhalten und bleibt stets spannend. Neben den Hauptmissionen bietet das Spiel die Möglichkeit, Zeit mit den anderen Charakteren zu verbringen, was neben Gameplay Boni auch Einblicke in ihre Hintergründe und einige dramatische oder amüsante Szenen liefert. Von der Aufmachung her wird der gewohnte Shin Megami Tensei Flair geboten: Schickes Charakter Artwork, skurilles Monsterdesign und coole Musik.

Vorbestellerversion mit goldenem Devil Survivor 2 Schriftzug

Devil Survivor ist der Strategie-RPG Ableger der Shin Megami Tensei Reihe, und auch in Teil 2 geht es taktisch zu. In den Hauptmissionen bewegen wir Dreier-Teams, bestehend aus Anführer und zwei dämonischen Mitstreitern, feldweise durch die Szenarien. Während des eigenen Zuges kann jedes Teammitglied einen Skill oder Zauber verwenden, etwa zur Heilung oder zur Vergrößerung der Reichweite. Sobald man ein gegnerisches Team angreift, wechselt das Spiel in eine typische RPG Kampfansicht, wo man sich Runde um Runde Attacken um die Ohren haut. Wer den anderen kritisch trifft, elementare Schwächen ausnutzt oder selbst Angriffe abprallen lässt, wird mit Extra-Angriffen belohnt. Jeden Kampf sollte man sich zudem entscheiden, ob man sich auf den gegnerischen Anführer konzentriert, nach dessen Fall auch das gesamte Team besiegt ist, oder man erst die Flügelmänner erledigt, was länger dauert, aber auch mehr Erfahrung bringt. Die Missionen sind alles andere als stupide, Sieg oder Niederlage hängen immer maßgeblich davon ab, wie geschickt man agiert.


Natürlich muss man nicht alle Missionen mit den gleichen Dämonen und Fähigkeiten bestreiten. Im Auktionshaus kann man mit anderen Monsterzähmern um neue Kreaturen feilschen, und diese in der Cathedral of Shadows auch miteinander fusionieren lassen, um noch mächtigere Verbündete zu schaffen. Neue Fähigkeiten für die menschlichen Charaktere bekommt man per "Skill Crack": Dabei wählt man vor dem Kampf einen Gegner mit dem gewünschten Skill und einen Charakter, der ihn "cracken" soll. Sobald das Team des Charakters diesen Gegner besiegt, wird der neue Skill verfügbar.

Als Dank legte Ghostlight der Vorbestellversion dieses Mini-Poster bei

Damit haben wir eigentlich alle Grundzutaten für ein sehr gelungenes Strategie RPG: Taktische Kämpfe, vielfältige Ausbaumöglichkeiten der eigenen Party, sowie eine interessante Geschichte mit packender Atmosphäre. Leider wird die Freude daran schon recht früh durch frustrierende und zum Ende hin immer fieser werdende Spitzen des Schwierigkeitsgrades getrübt. Selten reicht in diesen Fällen eine neue Taktik aus, um sie zu überwinden, häufiger muss man die ein bis zwei verfügbaren freien Missionen zum Grinden von Erfahrungspunkten und Geld nutzen, um den richtigen Level und die passenden Dämonen mit in die Schlacht nehmen zu können. Gegen Ende hin wird allerdings auch dieser Ausweg gedrosselt, da Gegner unter dem eigenen Level kaum Erfahrungspunkte abwerfen und man auch keine stärkeren Widersacher mehr serviert bekommt.



Besonders übel wird es dabei beim Endgame, durch das man nur mit vielen Online-Guides, YouTube Videos und Süßigkeiten kommt. Ärgerlich auch, dass frühere Entscheidungen Einfluss auf die finalen Herausforderungen haben: So kann man es versäumen, wichtige Skills zu cracken, oder den einen oder anderen potenziellen Charakter vor dem permanenten Tod zu bewahren. Skills lassen sich immerhin noch im Nachhinein holen, wenn auch mühselig. Auch kann man noch grinden, allerdings über lange (aber notwendige) Strecken nur mit mickrigen Erfahrungspunkten. Wer den Abspann zu Gesicht bekommen will muss also einiges an Zeit und Nerven investieren. Nach dem ersten Durchspielen, das gute 40 Stunden in Anspruch nehmen kann, schaltet man sich das New Game+ frei, bei dem man diverse Erleichterungen freischalten kann, durch die erneute Anläufe etwas vereinfacht werden. Mit mehreren abzweigenden Pfaden, neuen Bossen und Herausforderungen gibt es dabei noch einiges zu tun, sofern man sich noch längere Zeit mit dem Spiel beschäftigen will.


Insgesamt ist Shin Megami Tensei: Devil Survivor 2 ein gut gemachtes, aber bockschweres Strategie RPG mit spannender Geschichte und stimmiger, düsterer Atmosphäre. Aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades sollte man jedoch eine gehörige Portion Frusttoleranz und Sitzfleisch mitbringen, um das Spiel bis zum Ende durchzuhalten.

1. Februar 2017

Meine Top 10 Fehlkäufe: Platz 10

Jeder Videospieler kennt und fürchtet sie: Fehlkäufe. Sie stehlen uns Geld, Zeit und Platz im Regal beziehungsweise auf der Festplatte. Und oft sind sie trotz zahlreich vorhandener Informationsquellen nicht immer vermeidbar. Ob sich ein Spiel als Hit oder Reinfall entpuppt findet man meistens erst heraus, nachdem man es ausprobieren konnte. Hat man sich eine Gurke eingehandelt bleibt dann meist nur ebay, die Deinstallation oder zukünftige Nutzung als reines Dekorationsobjekt. In dieser Reihe habe ich meine denkwürdigsten Fehlgriffe dokumentiert.

10. Crimson Shroud


Dieser 3DS Downloadtitel tauchte dank einem Artikel von LEVELUP auf meinem Radar auf. Ein weiteres Werk von Final Fantasy Tactics und Vagrant Story Haudegen Yasumi Matsuno mit atmosphärischer Präsentation, kurzer Spielzeit, einer rätselhaften Geschichte und an Tabletop-RPG angelehnten Spielmechaniken (inklusive Würfelwurf über Touchscreen): Das klang nach einem interessanten Mix, den ich mir bald für 8 Euro aus dem eShop besorgte. Dass die Kämpfe teilweise langwierig, der Spielfortschritt von Zufallsdrops abhängig und einiges an Grinding notwendig sein könnte, muss ich dabei wohl dezent überlesen haben.


Tatsächlich waren es die Kämpfe, die mir das ansonsten interessante Erlebnis vermiest haben: Mir waren sie von Anfang an zu unnötig kompliziert und in die Länge gezogen. Crimson Shroud ist mit Sicherheit kein schlechtes Spiel, und hat vermutlich einiges zu bieten, wenn man sich etwas länger damit befasst. Trotzdem fühlte es sich für mich sehr schnell wie ein Fehlkauf an, da es kein typischer Ramschkauf auf Vorrat war, sondern tatsächlich als nächstes anzugehendes Spiel geplant war. Mich hat auch vieles angesprochen, aber wenn man schon nach der ersten halben Stunde das Gefühl hat, sich zum Weitermachen zwingen zu müssen, fragt man sich schon, ob man den Kauf erneut tätigen würde.


Gelöscht habe ich es immerhin erst einmal nicht, da ich Crimson Shroud vielleicht irgendwann eine zweite Chance geben würde. Von daher auch nur Platz 10.